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Märklin nimmt weiter Fahrt auf

Steigende Nachfrage nach Modelleisenbahnen des Göppinger Herstellers. Umsätze stabilisieren sich auf hohem Niveau trotz Corona Pandemie und Beschaffungsengpässen. Der Modelleisenbahnhersteller Märklin aus Göppingen gab Ende Januar 2022 seine Umsatzzahlen bekannt und berichtet zum Jahresauftakt über seine Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr.

Florian Sieber, Geschäftsführender Gesellschafter von Märklin, fasst die Entwicklung in der weiterhin durch die Corona-Pandemie geprägten Gesamtsituation zusammen: „Wir haben unseren angepeilten Umsatz für das im April abgeschlossene Geschäftsjahr 2020/2021 von 112 Mio. Euro mit rund 128 Mio. Euro weit übertroffen – trotz Herausforderungen in der Beschaffung von Elektronikzubehör und vielen Einschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt. Für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 planen wir, einen Umsatz über 130 Mio. Euro zu erreichen.“ Auch im Jahr 2021 konnte Märklin viele Menschen vom Hobby der Modelleisenbahn begeistern, die sich nach einer wertvollen und entspannenden Beschäftigung sehnen. „Schon im Januar 2021 konnten wir mit einem hohen Auftragsbestand ins neue Jahr starten. Zuversichtlich stimmt uns, dass wir dieses Polster zum 1.1.2022 sogar noch um einen Tick ausbauen konnten“, so Florian Sieber. Das Auftragswachstum lässt sich in allen Produktgruppen und Spurweiten beobachten. Auch durch das Jubiläum im letzten Jahr hat die Spur Z prozentual den größten Sprung gemacht, zugelegt haben jedoch alle Spurweiten. Sehr deutliche Steigerungen hat LGB zu verzeichnen. Hier wurden die Bestände phasenweise leergekauft und für den Modelleisenbahnhersteller ist es nach wie vor schwierig, wieder ein lieferfähiges Sortiment aufzubauen. Die Situation in der Produktion wurde immer wieder durch den Mangel an Elektronikchips aus Asien erschwert. „Trotz der schwierigen Situation im Elektronikbereich sind wir auf einem guten Weg“, resümiert Florian Sieber und zollt seinem Geschäftsführer Wolfrad Bächle und dessen Team großen Respekt: „Die Produktion und Technik hat sehr vorausschauend geplant und die besonderen Herausforderungen bestens gemeistert. Das verdient höchsten Respekt.“ 

Kernmarkt des Modelleisenbahnherstellers und Wachstumstreiber ist nach wie vor Deutschland, doch auch in den USA haben sich die Umsätze im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Außerordentliche Steigerungen meldeten auch Frankreich und die Schweiz.

Die Ertrags- und Finanzsituation von Märklin ist weiterhin als gut und solide zu beurteilen. 

Neues Versandlager im Logistikzentrum der SIMBA DICKIE GROUP

Mitte des letzten Jahres erfolgte der Umzug des Märklin Versandlagers nach Sonneberg. „Wir bedauern, dass nicht alles so reibungslos lief. Bei unseren Kunden bitten wir um Entschuldigung für längere Wartezeiten und nicht immer einwandfreie Versandware. Wir haben inzwischen etliche Maßnahmen ergriffen, um die Situation in der Zukunft zu verbessern.“ Eine Herausforderung stellt allerdings auch die Personalsituation in Sonneberg dar. Es bleibt schwierig, passende Mitarbeiter zu finden. Dies betrifft alle Ebenen, von der Lagerfachkraft bis ins mittlere Management.

Alte und neue Investitionen

Märklin investierte im Jahr 2021 auf gleichbleibend hohem Niveau wie auch im Jahr 2020. Dazu zählten der Kauf eines neuen 5-Achs-Bearbeitungszentrums, der Kauf einer neuen CNC-Messmaschine mit CAD-Anbindung, Investitionen in IT-Hardware und Software-Umstellungen im ERP-System für die Verlagerung der Logistik nach Sonneberg. Fü das Werk in Ungarn wurde in eine Spritzgussmaschine mit einer Schließkraft von 100 Tonnen, in eine neue CNC-Senkerodiermaschine, zwei Digitaldruckmaschinen und in IT-Hardware investiert.

Die größte geplante Investition am Standort Göppingen im kommenden Geschäftsjahr ist der Bau der neuen Kantine in Höhe von ca. 2 Mio. Euro. Sie wird einen prominenten Platz im Hof des Märklin Stammwerks neben der riesigen Dampflokomotive 1315 der Baureihe 44 finden und gleichsam Mitarbeitern und Gästen offenstehen.

Insbesondere im Werk in Ungarn war und ist geplant, die Anzahl der Mitarbeiter deutlich zu erhöhen, was aufgrund der vor Ort ansässigen Automobilbranche bislang nur zum Teil gelungen ist. Daher bleibt die Personalsituation in Ungarn weiter angespannt. Florian Sieber erläutert: „Wir arbeiten mit einer limitierten Produktion, da Mitarbeiter für unser Werk in Györ schwer zu finden sind.“ In Deutschland ist die Anzahl an Mitarbeitern auf Vorjahresniveau geblieben. Dies sind derzeit rund 470 Mitarbeiter in Göppingen.

Märklin setzt verstärkt auf digitale Kommunikation. 

Bedingt durch die anhaltende Pandemie setzte Märklin auch 2021 verstärkt auf die digitale Kommunikation. Gerade für Einsteiger findet die Ansprache vermehrt auf YouTube, Instagram und Facebook statt. Der Märklin YouTube-Kanal wurde stark ausgebaut und überzeugt mit einer bunten Mischung aus unterhaltsamen Filmen, Erklärvideos und Produktvorstellungen. Eine komplette Serie für Einsteiger begleitet den Weg von der Startpackung bis zur fertig gebauten Modellbahnanlage auf unterhaltsame Weise. Aktuell plant Märklin auch für die LGB-Gartenbahnen einen eigenen YouTube-Kanal zu etablieren, der zum Bau einer Gartenbahn anleitet und inspiriert.

Märklin verbindet Generationen

2021 publizierte Märklin erneut eine starke Kommunikationskampagne im Weihnachtsgeschäft, um die Marketing-Strategie „Märklin verbindet Generationen“ zu stärken. „Endlich wieder klein sein“ titelte das Video, das an den Zauber des Spiels mit der Modellbahn in der Kindheit erinnert. Der Märklin-Film, erstmals mit der ausgezeichneten Agentur BBDO aus Berlin umgesetzt, überzeugte mit der emotional erzählten Geschichte, bei der ein Vater diese Faszination seiner Tochter vermittelt.

Message Wagons transportieren Kunst

Ein Highlight für Kunstinteressierte präsentiert Märklin mit den limitierten Message Wagons. Eisenbahnen – Sinnbild für den Gütertransport von A nach B – transportieren hier Botschaften von Künstlern wie Keith Haring oder Jean-Michel Basquiat. Erfolgreich erreicht Märklin damit neue Zielgruppen. Florian Sieber, selbst begeisterter Art-Toy-Sammler, steht für zukünftige Modelle bereits mit weiteren Künstlern in Kontakt.

„märklineum“

Auf einer Gesamtfläche von rund 3000 qm entstand am Stammsitz von Märklin in Göppingen für Sammler und Familien aus aller Welt eine eindrucksvolle Modelleisenbahnanlage und Erlebniswelt. Als Wahrzeichen des märklineums begrüßt das riesige Dampfross 1315 aus der Baureihe 44 auf dem Gelände die Besucher. Nach dem Museumsshop mit Fundgrube und dem Servicebereich, der im Stil eines Ringlokschuppens gestaltet ist, konnte 2021, je nach aktueller Pandemiesituation, die detailreich aufbereitete, beeindruckende Ausstellung mit vielen interaktiven Exponaten zeitweise für Besucher geöffnet werden. Die geplante große offizielle Einweihung fand jedoch bisher leider nicht statt. Innerhalb der ersten sechs Monate nach Öffnen der Ausstellungsräume haben viele Einzeltouristen die Rückreise aus dem Urlaub für einen Abstecher im Museum genutzt. Fans aus dem Ausland nahmen zum Teil weite Anreisen auf sich, um die Exponate zu bewundern. Durchwegs positive Resonanz erhielt Märklin unter anderem auch für die interaktive Darbietung, die historisches Spielzeug zum Leben erweckt und die Geschichte von Märklin auf innovative Art und Weise wiedergibt.

Faszinierende neue Modelle

2022 werden die neuen Modelleisenbahnen wie im Vorjahr in einem bewährten digitalen Format mit speziellen Landingpages vorgestellt. Marketingleiter Jörg Iske erklärt: “Unsere Neuheiten präsentieren wir auf den Landingpages unserer Marken Märklin, Trix und LGB. Kunden haben hier die Möglichkeit, unsere Neuheiten in Form von Märklin TV-Beiträgen, einer Bildergalerie mit Zusatzfunktion und den Neuheitenprospekten kennenzulernen. Sie können dann die entdeckten Neuheiten in einer Wunschliste sammeln und diese mit unseren Handelspartnern besprechen. Eine komfortable Möglichkeit, auf einen virtuellen Schaufensterbummel zu gehen!“

Zum Start ins Jahr 2022 stellen alle drei Marken des Modelleisenbahnherstellers aus Göppingen zusammen 259 Neuheiten in allen Spurweiten vor. Märklin hat 140 neue faszinierende Modelle im Sortiment, bei Trix und Minitrix dürfen sich Fans auf 91 und bei LGB auf 28 Neuheiten freuen.

Action und Abenteuer mit dem Comic-Helden Batman

Mit dem neuen Märklin my world Eisenbahn-Set „Batman“ reisen Kinder ab drei Jahren in die Welt ihres Lieblings-Comic-Helden. Der Zug ist im Design von Batman und der fiktiven Großstadt Gotham City gestaltet. Um immer schnell zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, braust der Superheld mit einem ICE3 im speziellen Batman-Design durchs Kinderzimmer. Da können sich die Halunken jetzt schon warm anziehen. Das Set umfasst trittfeste, kindgerechte Kunststoffgleise für einen schnellen Auf- und Abbau – auch auf dem Fußboden. Die Fernsteuerung, der Märklin Power Control Stick, ermöglicht eine kinderleichte Bedienung. So sind jeweils drei Geschwindigkeitsstufen bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt, sowie drei Soundfunktionen und ein Zweilicht-Spitzensignal über das kabellose Infrarot-Fahrgerät steuerbar. Der Zug kann mit zwei verschiedenen Frequenzen betrieben und somit mit einem weiteren akkubetriebenen Zug ergänzt werden. Durch die Verwendung von Magnetkupplungen ist ein leichtes Kuppeln garantiert. Der zweite Zugteil bietet durch das abnehmbare Dach und die Inneneinrichtung einen hohen Spielwert. Das Set bietet ein tolles Spielvergnügen mit der Märklin my world Hochbahn und dem Spielen auf zwei Ebenen. Dafür sind 72 Bausteine für Hochbahnpfeiler und 14 Adapterbausteine zur Gleisbefestigung im Set enthalten.

Über Märklin:

Das 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründete Unternehmen entwickelte sich von einer kleinen Fabrik für Blechspielwaren zum heute weltweit bekannten Marktführer im Modellbahnbereich. 1888 übernahmen die Söhne Eugen und Karl Märklin die Firma als Gebr. Märklin. 1891 präsentierten die Brüder auf der Leipziger Frühjahrsmesse erstmals eine Modelleisenbahn. Unter dem Dach der Firmengruppe Märklin befinden sich die drei Modelleisenbahnmarken Märklin, TRIX und Lehmann-Gartenbahn (LGB). Das Unternehmen beschäftigt im Stammwerk Göppingen und in Györ (Ungarn) derzeit knapp über 1200 Mitarbeiter.