DVSI

23 Beiträge

DVSI schließt sich Verbraucherschutzinitiative von Politik und Wirtschaft an

Die beim Baden-Württembergischen Ministerium für Umwelt, Klima und Umweltschutz angesiedelte Marktüberwachung und namhafte Unternehmen wie die Robert Bosch Power Tools GmbH, Andreas Stihl AG & Co. KG, Trumpf SE + Co. KG, Adolf Würth GmbH & Co. KG sowie die Verbände Südwesttextil e.V. und VDMA e.V. haben Anfang des Jahres einen gemeinsamen Forderungskatalog erarbeitet, um eine bessere Marktüberwachung von Onlineplattformen zu erwirken und die heimische Wirtschaft zu schützen. Ziel der Kampagne „Mehr Schutz bei Online-Einkäufen“ ist es vor allem, den Verbraucherschutz zu stärken. Die Forderungen richten sich an die Bundesregierung sowie die EU-Kom­mission. Der DVSI, der jetzt der Initiative beigetreten ist, begrüßt diese konzertierte Aktion von Politik und Wirtschaft. Gemeinsam für Produktsicherheit und einen fairen Wettbewerb!

Die acht Forderungen des Umweltministeriums, der Wirtschaftsverbände und der Unternehmen aus Baden-Württemberg decken sich weitestgehend mit den seit langem erhobenen Forderungen des DVSI. Dazu zählen u.a. die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze, die Einführung einer „Handling-Fee“, die Benennung eines in Europa ansässigen Wirtschaftsakteurs sowie ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen der Behörden aller Mitgliedsstaaten. „Wir hoffen“, sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, „dass jetzt weitere Wirtschaftsverbände und Unternehmen aus Baden-Württemberg dem Beispiel folgen und Flagge zeigen. Die Mystery-Shopping-Studien von Toy Industries of Europe (TIE) belegen unzweifelhaft, dass Gefahr im Verzug ist.“

Den kompletten Text mit den Forderungen finden Sie hier.

E-Commerce: BMWE meets Spielwarenbranche – von Nürnberg geht ein starkes Signal aus!

Die niedrigen Preise von Billig-Online-Shopping-Plattformen gehen häufig mit gravierenden Sicherheitsmängeln einher. Der Deutscher Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) e.V. trommelt deshalb seit Jahren in Berlin und Brüssel dafür, solche Plattformen stärker an die Kandare zu nehmen. Mit zunehmendem Erfolg. Drei Mystery-Shopping-Studien von TIE: Toy Industries of Europe lieferten dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) weitere stichhaltige Argumente.

Die Spielwarenbranche ist zwar nicht die einzige Konsumgüterbranche, die vom Treiben solcher Plattformen betroffen ist, wird aber immer stärker in Berlin gehört. Umso mehr freute sich DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, dass Anne P. vom BMWE Referat VIIA4 Einzelhandel und E-Commerce, zuständig für den Aktionsplan E-Commerce der Bundesregierung, der DVSI-Einladung auf die Spielwarenmesse nach Nürnberg folgte, um die Spielwarenbranche, vertreten durch AMIGO, Carrera-Revell, Hasbro, Heless, LEGO, Mattel, Ravensburger, ROFU, Rülke, die Simba Dickie Group, Sterntaler, Thalia, Tipp-Kick, VEDES und Zapf Creation über den Stand der geplanten und auf den Weg gebrachten Maßnahmen zu informieren und mit ihr konstruktiv zu diskutieren. Mit von der Partie war auch Oliver Schmidt vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), dort Leiter des Instituts für Bedarfsgegenstände, der aus seiner Sicht darstellte, worauf es seiner Behörde ankommt, nämlich die knappen Ressourcen auf die richtigen Stellen zu lenken.

Anne Papke betonte in ihrem Impulsreferat, dass das oberste Ziel der Regierung die Wiederherstellung eines fairen Wettbewerbs und ein funktionierender Verbraucherschutz im Onlinehandel sei. Darüber herrscht Konsens. Zu den Maßnahmen der Regierung zählen u.a. die engere Zusammenarbeit von Marktüberwachungsbehörden und Zollbehörden in Deutschland (gemeinsame Kontroll- und Schwerpunktaktionen) und die Stärkung ihrer Befugnisse. Auch eine weitere Erhöhung der dann effektiveren Handling Fee für Pakete, die Mitte des Jahres kommt, schließt das BMWE nicht aus. Der DVSI begrüßte die zahlreichen Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene, betonte aber, dass das Übel an der Wurzel gepackt werden muss. Die Plattformen müssen endlich verantwortlich gemacht und als Wirtschaftsakteure eingestuft werden, so der DVSI. Auch wenn mitunter der Eindruck entsteht, dass alles ewig dauert, aber von Nürnberg ging ein klares Signal aus. Die Sache hat Fahrt aufgenommen. Fortsetzung folgt.

Spielwaren auf Online-Plattformen von Drittländern fallen beim EU-Zoll-Check durch

Die Generaldirektion Steuern und Zollunion (GD TAXUD) der Europäischen Kommission ist für die Um- und Durch­setzung des EU-Rechts auf nationaler Ebene in den Bereichen Steuern und Zoll verantwortlich. Seit geraumer Zeit stellt die Flut kleinerer Pakete von Billig-Online-Shopping-Plattformen die Zollbehörden vor kaum mehr zu bewältigende Aufgaben, informierte DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil kürzlich die Spielwarenbranche.

Die EU hat zwar erste Schritte dagegen unternommen – wie etwa die Aufhebung der Zoll­freigrenze von 150 € und die Einführung einer Paketgebühr von 3 € –, aber nach übereinstimmender Auffassung von Experten als auch des DVSI dürften diese Maßnahmen als auch die kommende Zollreformen nicht ausreichen, um der Lage Herr zu werden. Zur Erinnerung: 2025 machten Kleinsendungen 97 % aller Sendungen aus. 2024 überschwemmten 4,6 Mrd. Pakete den EU-Markt, und im Juli 2025 verzeichnete die EU immer noch einen Anstieg um 36 % gegenüber Juli 2024. Ein EU-weites Zollkontrollverfahren zeigt erneut die Dringlichkeit von effizienten Kontrollen auf. Mehr als die Hälfte der überprüften 20.000 Spielwaren und kleinen Elektronikartikeln, die jetzt von den Zollbehörden in Zusammenarbeit mit den Marktüberwachungsbehörden unter die Lupe ge­nommen wurden, entsprach nicht den EU-Produktvorschriften. Eine Auswahl wurde zudem im Labor auf Sicherheit getestet. 84 % davon wurden als gefährlich eingestuft. Das teilt die Europäische Kommission in dieser Woche mit.

Hier geht es zur Kommunikation der Europäischen Kommission.

Starke Trends bringen Wachstum in die Spielwarenbranche

Während die Spielwarenbranche im Vorjahr noch mit einem leicht negativen Ergebnis von -1 % das Jahr abgeschlossen hat, sehen die Aussichten für dieses Jahr deutlich besser aus. Im bisherigen Jahresverlauf (Jan bis 26. Okt 2025) konnte der Markt um 4 % wachsen. Das sind positive Signale für das kommende Weihnachtsgeschäft und lässt die Branche auf ein gutes Jahresergebnis hoffen, erklärte Circana Executive Director Joachim zur Eröffnung der Spielwarenbranchenpressekonferenz am 19. November in Nürnberg.

Ein Blick auf die Vertriebskanäle zeige, dass alle von uns erfassten Handelswege im Vergleich zum Vorjahr wachsen können, war Stempfle überzeugt. Den größten Zugewinn verzeichnet dabei der „Other Kanal“, der neben Onlinehändlern auch Vertriebswege wie den Buchhandel oder Fachmärkte im Bereich Unterhaltungselektronik beinhaltet. Fast 80 % des Branchenwachstums kommen aus diesem Kanal. Am zweitstärksten wächst in Deutschland der Bereich Generalist & Specialist und steht damit für rund 17% des Umsatz-Zugewinns. Der Rest verteilt sich auf die Hypermärkte.

Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei 14,11 € im aufgelaufenen Jahr und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,8% erhöht – leicht unterhalb der aktuellen Inflationsrate.

Welche Hersteller stecken hinter der aktuellen positiven Marktentwicklung?

 Ein Haupttreiber ist in diesem Jahr die Fa. Amigo. Verantwortlich für den Vertrieb der Pokémon Sammelkarten, kann das Unternehmen um mehr als 80 % bzw. 68 Mio € wachsen.

Auch in diesem Jahr ist Lego wieder auf Wachstumskurs und kann um fast 8% zulegen. Der erfolgreiche Rennsport-Film F1 mit Brad Pit in der Hauptrolle hat eine starke Nachfrage nach passenden Produkten generiert. Dadurch kann Lego mit der Formula 1 Lizenz um mehr als 23 Mio € wachsen. Aber auch die Lego Botanicals können das starke Vorjahr um mehr als 31 % übertreffen. Es sind vor allem die Neuheiten wie das Pretty Pink Flower Bouquet oder die Mini Orchidee, welche die Hitliste anführen.

Mit dem Partyspiel Hitster kann Jumbo auch in diesem Jahr wieder die Konsumenten begeistern und steigert damit den Umsatz um 95 %.

Zuru mit den Pets Alive und Max Build More – Sortimenten, Funko durch Funko Pop! und den Mystery Minis sowie Mattel mit Minecraft, Uno oder Hot Wheels konnten ihre Umsätze mit diesen Linien um insgesamt mehr als 15 Mio € im Vergleich zum Vorjahr steigern.

In diesem Jahr verteilt sich das Wachstum auf 5 der 11 Kategorien

Mit einer Umsatzsteigerung von über 80 Mio € gegenüber dem Vorjahr katapultiert sich der Bereich Games & Puzzle an die Spitze und ist damit die umsatzstärkste Kategorie im deutschen Spielwarenmarkt.

Es ist mit Sicherheit das Jahr der Trading Cards und im speziellen von Pokémon. Mit über 84 % Marktanteil in der entsprechenden Sub-Kategorie ist das Thema mit weitem Abstand die Nummer 1. Trotzdem entwickeln sich auch andere Themen sehr positiv, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. Magic: The Gathering, One Piece oder Marvel Universe sind Sammelkarten Themen, welche insgesamt um mehr als 4 Mio € wachsen können.

Neben den bereits erwähnten Trendthemen wie Hitster oder Uno sind auch weitere Spielelinien stark nachgefragt und können dadurch zum Branchenwachstum beitragen. Spiele und Puzzle rund um die Disney Lizenz Lilo & Stich, das Kartenspiel Skyjo, Monopoly oder z.B. der Klassiker Rubrik´s Cube verzeichnen einen deutlichen positiven Trend im Abverkauf.

Weiteres starkes Wachstum kommt aus dem Bereich der Building Sets. Hier ist Lego mit weitem Abstand der umsatzstärkste Hersteller. Die Lego Linien wie z.B. Botanicals, Speed Champions, Minecraft oder Creator 3-in-1 haben eine starke Nachfrage und können jeweils um mehr als 6 Mio € gegenüber dem Vorjahreszeitraum wachsen. Aber auch Zuru und Mattel können mit ihren entsprechenden Produkten um mehr als 500 TD€ im Markt zulegen.

Der Umsatz der Kategorie Action Figures liegt 23 % über dem Vorjahr. Neben den bereits erwähnten Linien von Funko können auch Hasbro, Mattel oder die Simba Dickie Gruppe mit den jeweiligen Sortimenten wie z.B. Beyblade, Marvel Universe, Jurassic World und den Nano MetalFigs bei den Konsumenten punkten und die Umsätze um jeweils mehr als 1 Mio € ausbauen.

Weitere Steigerungen kommen aus den Kategorien Plüsch und Vehicles. Die Simba Dickie Gruppe mit Lilo & Stich, Mattel u.a. mit Hot Wheels, Carrera Revell mit der Carrera Hybrid Serie sind einige Beispiele von stark nachgefragten Produktlinien in den beiden Bereichen. Dadurch kann die Kategorie Plüsch um 6 % und Vehicles um 4 % im Umsatz zulegen.

Lizenzen werden im deutschen Spielwarenmarkt immer wichtiger

In den vergangenen Jahren konnten wir bereits einen starken Trend zu Lizenzartikel feststellen. Diese Entwicklung sehen wir auch im bisherigen Jahresverlauf.Der Umsatztrend von Produkten ohne Lizenzbezug liegt bei +1 %, während Produkte mit spannenden Lizenzthemen um +9 % im Umsatz wachsen können.

Durch die aktuelle Entwicklung hat der Lizenzanteil im Spielwarenhandel eine neue Höchstmarke von 33 % erreicht. Jedes dritte verkaufte Spielzeug ist ein Lizenzprodukt.

Die attraktive Umsetzung von Lizenzthemen am Point of Sale hat dadurch weiter an Relevanz gewonnen. Viele Handelspartner haben das auch entsprechend umgesetzt und wir erwarten auch im Weihnachtsgeschäft eine gesteigerte Nachfrage nach den entsprechenden Produkten.

Die 5 umsatzstärksten Lizenzen sind Star Wars, Minecraft, Harry Potter, Pokémon und Lilo & Stich. Zusammen stehen sie für 25 % des Lizenzmarktes. Verglichen mit den Vorjahren zeigt sich, dass der Markt nicht mehr von einigen wenigen Lizenzen dominiert wird. Der Umsatz verteilt sich jetzt gleichmäßiger auf die angesagten Lizenzwelten.

Zusätzlich sehen wir auch weitere Themen, welche stark im Markt wachsen können. Formula 1, Fortnite, Disney Princess, Mario Kart, The Fast and the Furious oder Jurassic World können um jeweils mehr als 3 Mio € zulegen.

Positive Aussichten für das kommende Weihnachtsgeschäft

Die anhaltende Tendenz zu einem späten Weihnachtseinkauf erwarten wir auch für diese Saison. Bereits im letzten Jahr wurden wieder mehr als 33 % der Jahresumsätze in den letzten zwei Monaten realisiert.

Das stellt den Handel und die Hersteller immer wieder vor große logistische Herausforderungen. Wir sehen aber die Branche gut gerüstet, um den Ansturm zu bewältigen.

Im Vergleich zum letzten Jahr starten wir aufgelaufen mit einem positiven Trend in die Weihnachtssaison. Auch hat die eigentliche Weihnachtswoche einen Einkaufstag mehr für Last Minute Geschenke.

Das lässt uns optimistisch auf die Saison blicken und sollte in einem guten Jahresergebnis resultieren.

BVS/HANDEL: Spielwarenumsatz wächst wieder – Weihnachten: 168 Euro für Spielzeug

Nach Jahren der wirtschaftlichen Achterbahnfahrt zeigt sich der Spielwaren-Einzelhandel 2025 optimistisch.  Zwar bleibt die Kaufkraft vieler Familien durch hohe Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Lage gedämpft, doch die Lust am Schenken ist ungebrochen. „Wenn das Leben anstrengender wird, wächst die Sehnsucht nach kleinen Glücksmomenten – und die schenkt man am liebsten den Kindern“, sagt Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverband Spielwaren (BVS). Entsprechend rechnet der Verband mit einem guten Weihnachtsgeschäft.

Letztes Weihnachten haben die Deutschen jedem Kind (zwischen 3 und 12 Jahren) im Durchschnitt Spielzeug im Wert von 168 Euro (Vorjahr: 150 Euro) geschenkt. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BVS ergeben. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet der Handelsverband Spielwaren über alle Vertriebswege mit einem Umsatzplus von ca. 3 %. Für das Plus sorgen vor allem der anhaltende Pokémon-Hype und das stark wachsende LEGO-Sortiment für Erwachsene. Damit würde der Inlandsmarkt auf 4,5 Mrd. Euro in 2025 (2024: 4,4 Mrd. Euro, zu Endverbraucherpreisen, Basis: consumer panel Circana Group GmbH) wachsen.

In diesem Jahr profitierten die Konsumenten beim Spielzeugkauf von stabilen Preisen. Auch für die nächsten Monate erwartet der BVS keine signifikanten Preissteigerungen. Ganz im Gegenteil: Insbeson­dere im November überbieten sich viele Spielwarenhändler wieder mit Rabattaktionen. Im Dezember steht dann vor allem der stationä­re Fachhandel im Rampenlicht. Gerade in der stressigen Vorweih­nachtszeit schätzen die Verbraucher die sofortige Verfügbarkeit von Ware, den Service vor Ort und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem aber haften deutsche Spielwaren-Einzelhändler für die Sicherheit ihrer Produkte. BVS-Vorsitzender Rainer Wiedmann: „Mit dem Leben seiner Kinder spielt man nicht. Wir beobachten die Ent­wicklungen rund um die chinesischen Plattformen kritisch. Wer hoch­wertige und sichere Spielwaren aus einer zuverlässigen Quelle kaufen möchte, muss zu uns kommen.“

DVSI-INDEX zur Stimmung bei Spielwarenherstellern auf niedrigem Niveau

Fünf Krisenjahre und die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft gehen auch an der Spiel­warenindustrie nicht spurlos vorbei. Hofften noch vor einem Jahr 28% der im Rahmen des jährlichen DVSI INDEX befragten Unternehmen, dass sich im Jahr 2025 das Blatt zum Besseren wendet, erfüllten sich die Hoffnungen nicht für alle Firmen. Lediglich 11 % Spielwarenunternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als gut oder sehr gut (2024: 20 %), während 20 % ihre momentane Lage als ungenügend ein­stufen. Die Branche spiegelt damit die allgemeine Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Doch es gibt auch positive Signale. So setzt die Warengruppe „Spiele, Bücher, Lernen, Experimente & Multimedia“ ihre Erfolgsgeschichte fort und die „Big Player“ behaupten sich nach wie vor gut, äußerte sich DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil.

Die Umsatzschätzungen für 2025 gehen weit auseinander. Vor allem kleinere Spielwarenproduzenten sehen ihre Situation kritisch, während Großunternehmen von stabilen Umsätzen ausgehen. Der nach Schulnoten gewichtete Mittelwert des DVSI-Stimmungsbarometers rutschte auf 3,5. Im Jahr 2021 betrug dieser noch 2,3.  „Das ist der niedrigste Stimmungswert seit Bestehen des DVSI INDEX und Aus­druck einer tiefen Verunsicherung“, so Ulrich Brobeil „Von einer nachhaltigen Wirtschaftswende spürt unsere Branche jedenfalls nichts, auch wenn einzelne Unternehmen Rückenwind verspüren.“ Die Zahlen des DVSI INDEX sind ein Spiegelbild der vorherrschenden Skepsis, einer nach wie vor gefühlt hohen Inflation bei den Verbrauchern und des einge­trübten Konsumklimas. Doch es gibt auch positive Signale: Trotz eines weiterhin herausfordernden Umfeldes erwarten immer­hin 31 % der befragten Spielwarenunternehmen für das kommende Jahr eine Ver­besserung der Umsatzentwicklung. Zeigt der durch die Politik angekündigte „Herbst der Reformen“ bereits erste Effekte oder ist die aktuelle Lage mit einem moderaten Wachstum besser als die Stimmung? Zumindest die größeren Unternehmen sehen für die Zukunft deutlich bessere Perspektiven für ihr Geschäft (Note: 2,7).

Steigerte die Branche in den Pandemie-Jahren ihre Umsätze kräftig, trüben die schwächelnde Konjunktur, strukturelle Probleme des Standortes Deutschland sowie geopolitische Herausforderungen und der neue globale Protektionismus die Branchenstimmung erheblich ein. Im Schnitt rechnen die befragten Hersteller für dieses Jahr mit einem Umsatzminus von 2,8 %. Auch auf das für Spielware so wichtige Weih­nachtsgeschäft blicken die befragten Unternehmen nach zwei eher durchwachsenen Jahren mit Vorsicht. Nur 13 % der Befragten erwarten eine Besserung zum Vorjahr, 36 % rechnen sogar mit einer Verschlechterung. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 erwarteten 16 % eine Verbesserung, aber 44 % eine Verschlechterung. Die Erwartungen scheinen zwar eingetrübt zu bleiben, aber die Skepsis nimmt ins­gesamt ein wenig ab. Allerdings erwarten die befragten Unternehmen keine großen Ausschläge nach oben für die umsatzstärkste Zeit des Spielwarenjahres. „Die Konsumenten halten das Geld zu­sammen und achten verstärkt auf Preispunkte“, sagt Ulrich Brobeil, „aber Spielwaren bleiben das Weihnachtsgeschenk schlechthin für Kinder – auch in konjunkturell schwierigen Zeiten.“

Die Prognose für das kommende Jahr stellt sich sehr differenziert dar. Trotz der insgesamt gedämpften Stimmung erwarten 31 % der befragten Unternehmen für 2026 eine Umsatzsteigerung. Hier sind es vor allem die „Big Player“, die zuversichtlich nach vorne schauen. Größe scheint demnach gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein Faktor für wirtschaftlichen Erfolg oder Stabilität zu sein, aber dennoch keine Garantie. Die Prioritäten der Unternehmen haben sich in den letzten 12 Monaten nur graduell verändert.Zu schaffen macht den Unternehmen nach wie vor die Kostensituation. 60 % bewerten sie schlechter als vor einem Jahr. Für 88 % der Befragten bleibt das Personal der zentrale Kostentreiber, gefolgt von Einkaufskosten für Material, Rohstoffe und Energie (42 %). Hier gab es einen leichten Rückgang. Ebenfalls hohe Kosten verursachen Administration, Bürokratie und Vorschriften (30 %). „Die von Sondereffekten geprägte leicht positive Marktentwicklung darf nicht darüber hinweg­täuschen“, sagt Ulrich Brobeil, „dass für eine nachhaltige Trendwende auch in der Spielwarenbranche bessere allgemeine Rahmenbedingungen zentral sind.“ Dazu zählt u.a. auch die effiziente Kontrolle von Cross Border-Geschäften. Der 11. DVSI INDEX zeigt das einmal mehr. Die befragten Mitglieds­unternehmen wünschen sich einen stärkeren Schutz vor unlauterem Wettbewerb aus Drittländern, die Durchsetzung von EU-Standards im Onlinehandel und die Abschaffung von Zollfreigrenzen. Mit der jüngsten Entscheidung des EU-Rates zu Zollfreigrenzen und Abwicklungsgebühren ist in der letzten Woche ein erster Schritt getan worden. Weitere müssen aus Sicht des DVSI folgen.

 

Spielwarenbranche traf sich zum intensiven Austausch (PR-DVSI)

Nach Köln und Berlin war diesmal Oberstenfeld und die Burg Lichtenberg Treffpunkt der Spielwaren­branche. Im Vorfeld des dritten Zusammenspiels von DVSI und BVS standen am Vormittag die DVSI-Mitglieder- und die BVS-Delegiertenversammlung auf der Agenda. DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil betonte in seinem Rechenschafts- und Finanzbericht, dass die Arbeit des DVSI in den zurückliegenden Monaten von der Novellierung der Spielzeugrichtlinie sowie intensiver politischer Lobbyarbeit und zahlreichen bilateralen Gesprächen mit EU- und Bundespolitikern in Brüssel wie in Berlin, aber auch direkt vor Ort in Unternehmen geprägt war. Zwar hätten nicht alle Wünsche der Industrie Eingang in die Verordnung gefunden, aber das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, wenn im Herbst das Trilog-Verfahren zur Harmonisierung der unterschiedlichen Vorstellungen aufgenommen wird. Ulrich Brobeil in Oberstenfeld: „Das komplexe europäische Gesetzgebungsverfahren ist längst nicht abgeschlossen, sondern wir stecken noch mittendrin.“

Nachhaltigkeit ist und bleibt das beherrschende Thema. Mit einem Workshop sowie einem Positions­papier hat der DVSI-Stellung bezogen und seine grundsätzliche Haltung formuliert. Der Vormarsch von Billig-Shopping-Plattformen beschäftigte nicht nur Markenlieferanten zu Beginn des Jahres, sondern auch den DVSI, der von der Politik eine stärkere Marktüberwachung und die Einhaltung des DSA fordert, um Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen. Eine Studie des europäischen Dachverbandes TIE von Anfang des Jahres zeigte, das von 19 auf der Plattform TEMU gekauften Spielzeugen 18 nicht die europäischen Sicherheitsstandards erfüllten. In der vom DVSI im März durchgeführten Umfrage „Billig-Shopping-Plattformen – die neue Herausforderung“ gaben 89% der Befragten aus Industrie und Handel an, dass die Marktüberwachungsbehörden das Einhalten von Gesetzen, Normen und Richtlinien auch für Produkte von Billig-Shopping-Plattformen sicherstellen müssen. 87% fordern die Durchsetzung gleicher Standards und Regeln auch für Anbieter aus dem nichteuropäischen Ausland. Die DVSI-Website sicherspielen.info wurde aktualisiert und liefert jetzt nicht nur Tipps über den sicheren Online-, sondern auch Secondhand-Einkauf.

Neben der Interessenvertretung und dem Angebot von Dienstleistungen für die DVSI-Mitglieder zählt die stärkere Positionierung des Spielens und der Spielwarenbranche in der öffentlichen Wahrnehmung zu den Kernaufgaben des Verbandes. Erste Erfolge zeichnen sich ab. Der DVSI ist inzwischen Teilnehmer im Monitoring-Prozess Kultur- und Kreativwirtschaft 2024-2026, eine Mitgliedschaft in der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ist mittelfristig durchaus nicht ausgeschlossen. Sie wird bereits von einigen Bundesländer unterstützt. Weitere Aktionen sind geplant wie ein Treffen mit dem Deutschen Kulturrat, die Gründung eines Parlamentskreises Spielwaren und ein Gespräch mit BMWK-Staats­sekretär Michael Kellner auf der SPIEL in Essen. Fazit: Der DVSI wird wahrgenommen und ist im Spiel.

Die Finanzlage des DVSI ist gesund. Das bestätigte die Kassenprüfung. 2023 wurde ein kleines Plus erwirtschaftet. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet. Mit Christian Alsbaek, Beate Becker, Dr. Rainer Noch und Karen Pascha-Gladyshev schieden vier Mitglieder aus dem DVSI-Vorstand aus. Ihnen gebührt der Dank aller Mitglieder. Als Dankeschön für ihre Arbeit spendete der DVSI der sozialpädagogischen Beratungs- und Vermittlungsstelle Treffpunkt e.V. in Nürnberg einen Betrag, der es jetzt 11 Müttern ermöglicht, einen Familienausflug zu machen. Zu neuen Vorstands­mitgliedern bis 2027 wurden Susanna Becker (Heless), Paul-Heinz Bruder (Bruder Spielwaren), Julia Goldhammer (Lego), Susanne Knoche (Ravensburger), Carola Söhn (Simm Spielwaren), Felix Stork (Simba Dickie Group) und Sebastian Topp (Noch) gewählt.

Der Blick zurück und nach vorne durch die Glaskugel zählt zu jeder Tagung, so auch des Zusam­menspiels in Oberstenfeld. DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil präsentierte die aktuellen Zahlen der Branche, die sich auf Vorjahresniveau bewegen. Spannend wurde es beim Thema „Künstliche Intelligenz“ und der Frage, welchen Einfluss die neue Technologie auf die Spielwarenbranche haben könnte. Dass KI nicht spurlos an der Branche vorbeigehen dürfte, zeigt eine Exklusivstudie des DVSI. So messen 44% der befragten Unternehmen (Industrie und Handel) KI in den nächsten fünf Jahren eine große Be­deutung zu. Prof. Sebastian Vollmer (DFKI) warf in seinem Vortrag „Ein KI-nderspiel? KI verstehen und erfolgreich anwenden“ einen wissenschaftlichen Blick auf das Trendthema, während Jonathan Felder von Kosmos erklärte, wie KI ins Spielzeug kommt. Dr. Sylke Piéch (DFKI), Michael Kircher (KI-Campus) und Christian Krömer (Spielwaren Krömer) diskutierten über „KI & Leadership: Skills und KI-Tools für Führungskräfte mit praktischen Einblicken“. Das 3. Zusammenspiel ist für den DVSI und den BVS der Auftakt, ein Dienstleistungsangebot im Bereich KI aufzubauen. Das DFKI und der KI Campus werden dabei als Partner fungieren. Das nächste Zusammenspiel findet am 2. Juli 2025 statt. Ort und Schwerpunktthema werden rechtzeitig bekanntgegeben.

EU verbietet kleine Mikroplastikartikel auch bei Spielwaren

Die EU verbietet Produkte mit bewusst zugesetztem Mikroplastik. Erste Waren, etwa Kosmetik mit losem Glitter, dürfen schon ab Mitte Oktober nicht mehr verkauft werden, informiert der DVSI.

Das Verbot betrifft Plastikpartikel, die kleiner als fünf Millimeter, nicht löslich und schwer abbaubar sind. Auch Waschmittel, Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Arzneiprodukte und auch Spielwaren dürfen künftig kein Mikroplastik mehr enthalten.

Produkte, die an Industriestandorten verwendet werden oder bei der Verwendung kein Mikroplastik freisetzen, sind vom Verkaufsverbot ausgenommen. Ihre Hersteller müssen jedoch Anweisungen zur Verwendung und Entsorgung des Produkts geben, um Freisetzungen von Mikroplastik zu vermeiden. Auch für Arzneien sowie Lebens- und Futtermittel gibt es bestimme Ausnahmen.

Die Vorschriften treten am 15. Oktober in Kraft. Erste Produkte wie Kosmetika mit losem Glitter oder Mikroperlen dürfen dann mit sofortiger Wirkung nicht mehr verkauft werden. Für andere Produkte gilt eine Übergangszeit, in der die Unternehmen auf eine mikroplastikfreie Herstellung umstellen sollen.

Die Pressemitteilung finden Sie hier, weitere Informationen zu den Beschränkungen hier und das Q&A Dokument der Europäischen Kommission hier.

In den vergangenen zwei Jahren hat die Kommission zahlreiche Fragen von Stakeholdern und Mitgliedstaaten beantwortet, um das Vorhaben zu erläutern und bei der Umsetzung und Durchsetzung zu unterstützen. Die Kommission beabsichtigt, die Antworten in einem weiteren informellen Q&A Dokument zusammenzufassen, das kurz nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften auf der Website der Kommission zur Verfügung gestellt werden wird.